Wissenschaftliche Konferenzen und Tagungen

Call for Papers:

»Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Theater, Musik und Film«   

 

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Internationale Tagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«

21.-23. März 2018, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Das rätselhafte anthropologische Phänomen des Träumens hat die europäischen Kulturen über alle Zeiten hinweg beschäftigt: Traumdarstellungen lassen sich in den künstlerischen Medien von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein finden. In den erzählten, gemalten, vertonten oder inszenierten Träumen zeigen sich aber deutliche epochenspezifische Unterschiede hinsichtlich ihrer jeweiligen ästhetisch-formalen Ausgestaltung. Überzeitlich präsent ist dabei die Thematik, die im Zentrum der Tagung steht: der Übergang zwischen Leben und Nicht-Leben als existenzielle Grenzerfahrung, wie sie sich im Prozess des Gebärens / Geborenwerdens und des Sterbens vollzieht.

In der Bibel oder den Sagen der Antike (Ilias, Orestie), in mittelalterlichen Epen und Erzählungen (Parcival, Nibelungen, Canterbury Tales) und den frühneuzeitlichen Dramen (Shakespeare, Calderón), über die Aufklärung (Diderot, Rousseau) und die Romantik (Novalis, Brentano) bis in die moderne und zeitgenössische Literatur (Kafka, Karahasan, Politycki) finden sich unzählige Träume, in denen die Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht. Auch die bildenden Künste (Daumier, Hodler), Musik (Berlioz, Korngold) und der Film (Bergman, Kubrick, Craven) widmen sich vielfach der Darstellung (alp)traumhafter Grund- und Grenzerfahrungen. Verstörend und bedrohlich sind Geburt und Tod nicht zuletzt auch, weil sie als höchst individuelles Erleben des eigenen Körpers jeden Menschen unausweichlich betreffen. Zugleich vollziehen sie sich jenseits des Erinnerbaren: Sterben und Geborenwerden liegen an bzw. jenseits der Grenzen des Lebens und kommen damit stets entweder zu früh oder zu spät, um durch das erlebende Selbst als authentische Erfahrung mitgeteilt werden zu können.

Hingegen können Träume als Fiktionen, Imaginationen oder Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge eröffnen. Das Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum und kultureller Modelle der Identität, Kohärenz und Logik werden im Träumen von Lebensanfang und -ende potenziert. Dabei fordert die Darstellung solcher Traumerlebnisse die künstlerische Gestaltung in besonderem Maße heraus. Denn die bestehende Kluft zwischen einer allgemeinmenschlichen Erfahrung wie Geburt und Tod und ihrer subjektiven, individuellen Nicht-Erzählbarkeit lotet der Traum in ebenso irritierender wie origineller Art und Weise aus: Traumerinnerungen und Traumerzählungen finden Wege und Ausdrucksmöglichkeiten, um das Abwesende, Unvorstellbare zu vergegenwärtigen und es vermittelbar zu machen.

 

Seit 2015 forschen die Mitglieder des Saarbrücker Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« zu den Interrelationen zwischen Traumästhetik, Kultur und Wissensgeschichte. Das Ziel einer Literatur- sowie Kultur- und Mediengeschichte des Traums im Blick, widmen wir diese internationale Tagung dem überzeitlichen Phänomen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen und künstlerischen Realisierungen.

 

Willkommen sind Untersuchungen zu Sterben und Geborenwerden im Traum in jeder Kunstform aus unterschiedlichen Fachperspektiven, von der der Kunst- und Literaturwissenschaft über die Theater-, Film-, Musik- und Medienwissenschaft bis hin zur Geschichte, Theologie und Philosophie.

 

Beispiele für mögliche Ausrichtungen sind:

 

Existenzielle Grenzerfahrung und ästhetische Traumgestaltung

  • Untersuchungen künstlerisch gestalteter Träume von Geburt und Tod hinsichtlich:

              - somatische vs. sinnliche Erfahrung,

              - Grenze des Körpers / Grenze des Mediums, 

              - Zeit- und / oder Raumerfahrung

  • positiv besetzte Träume vom Tod
  • Träume von Geburt und Tod und ihre realweltlichen Bezüge (politische Implikationen, (post)diktatorische Zusammenhänge, Traum und kollektive Traumata, identitätsstiftende Funktionen, koloniale und postkoloniale Bezüge etc.)
  • Traumgestaltung von existenziellen Grenzerfahrungen in multimedialen Kunstformen

 

Wissenspoetologische Perspektive / Zusammenspiel von ›kultureller Arbeit‹ und ästhetischer Konstruktion

  • religiöse Diskurse und künstlerische Träume von Geburt und Tod im historischen Wandel
  • kulturelles und wissenschaftliches Wissen zu Geburt und Tod in künstlerischen Traumdarstellungen
  • genderspezifische Artikulierung von Geburt und Tod in künstlerisch gestalteten Träumen
  • individuelle Traumpoetiken und existenzielle Grenzerfahrungen im Spannungsfeld zwischen Biographik und kulturellem bzw. wissenschaftlichem Diskurs über Geburt und Tod

 

In Anlehnung an die im Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs genannten Analyseachsen können die Untersuchungsgegenstände in diachroner, transmedialer und / oder komparatistischer Perspektive betrachtet werden.

 

Schicken Sie Ihren Vorschlag bitte bis zum 31. August 2017 als Exposé mit einem Umfang von maximal 3.000 Zeichen in deutscher, englischer oder französischer Sprache zusammen mit einem kurzen Lebenslauf an: traumkulturen(at)uni-saarland.de

 

Im Anschluss an die Tagung ist die Veröffentlichung ausgewählter Beiträge in einem Band der Reihe Traum – Wissen – Erzählen des Fink Verlags (Paderborn) vorgesehen.

 

Eine PDF-Version des CfP finden Sie hier.

Call for Papers:

»Dreams of Birth and Death. Liminal Bodily Experiences in Dreams: Literature, the Fine Arts, Theatre, Music and Film«

 

International Conference hosted by the DFG-funded Research Training Group »European Dream Cultures« (GRK 2021)

 

21-23 March 2018 at Saarland University, Saarbrücken

 

The enigmatic anthropological phenomenon of dreaming has always captured the imagination of European cultures: dream depictions can be found in artistic media from the antiquity to the present day. Depending on their specific historical and cultural contexts, the representations of dreams – whether in literary texts, paintings, music or on the stage – clearly differ from each other in their aesthetic and formal components. However, representations of dreams share one theme in particular which cuts across all historical and cultural boundaries: the transition between life and non-life as an existential, liminal experience, similar to those found in the processes of giving birth / being born and in dying. It is this theme that our conference takes into view.

 

Dreams that focus on the limitations and boundaries of human life are negotiated in the Bible, in classical myths (the Iliad, the Oresteia), in medieval epics and tales (Parcifal, die Nibelungen, the Canterbury Tales) and in early modern plays (Shakespeare, Calderón); they are inscribed into the Enlightenment (Diderot, Rousseau), the Romantic era (Novalis, Brentano) and into modern and contemporary literature (Kafka, Karahasan, Politycki). The fine arts (Daumier, Hodler), music (Berlioz, Korngold) and film (Bergman, Kubrick, Craven) have frequently sought to portray dreamlike (or nightmarish) experiences that are existential and / or transcendental. Birth and death are often found to be disquieting and threatening not least because they invariably involve a highly personal experience of one’s own body. At the same time, they are processes that take place beyond the limits of memory: death and birth are situated at or beyond the borders of life; as such, they occur too early or too late to be perceived and recorded as authentic experiences.

 

However, dreams – fictionalized, imagined, and performed – can open up experiential spaces for these extreme physical transitions. The mysterious elements of dreams – their disregard for the physical laws of time and space, and for cultural models of identity, coherence and logic, are magnified in dreams of the beginning and end of life. Simultaneously, the artistic depiction of such experience is particularly challenging, as dreams delve into the gap between universal human experiences like birth and death on the one hand, and their subjective, individual inexpressibility on the other, in ways that are every bit as confusing as they are original: memories and stories of dreams find ways and means to transform that which is “elsewhere” and unimaginable into something palpable and conveyable.

 

Since 2015, members of the DFG-funded Research Training Group »European Dream Cultures« have been investigating the interrelations between dream aesthetics, culture, and the history of knowledge. Bearing in mind the goal of pursuing a literary, cultural and media history of dreams and dreaming, this international conference is dedicated to the phenomena of dreamed birth and death, related discourses and artistic realisations.

 

We invite research papers on death and birth in dream – in all types of art and from the perspectives of various disciplines, ranging from art and literature studies to theatre, film, music and media studies, as well as history, theology and philosophy.

 

Papers could focus on (but are not limited to) topics such as:

 

Existential liminal experiences and aesthetic dream depictions

  • Exploring artistic depictions of dreams of birth and death regarding:

                - somatic vs. sensory experience,

                - limits of the body / limits of the medium,

                - experiences of time and / or space

  • Positively connoted dreams of death
  • Dreams of birth and death and their real-world connections (political implications, (post)dictatorial contexts, dream and collective traumata, identitarian functions, colonial and postcolonial implications, etc.)
  • Dream depictions of existential liminal experiences in multimedia art forms

 

Poetics-of-knowledge perspectives / interplay of »cultural work« and aesthetic construction

  • Historical evolution of religious discourses and artistic dreams of birth and death
  • Interplay of cultural and scientific knowledge of birth and death in artistic dream depictions
  • Gender-specific articulation of birth and death in artistic depictions of dreams
  • Individual dream poetics and existential liminal experiences between biography and cultural / academic discourses on birth and death


In keeping with the analytical focus areas defined in the Research Group’s agenda, the subjects of study can be approached from diachronic, transmedial and / or comparative perspectives.

 

If you are interested in giving a paper at our conference, please send your brief abstract (max. 3,000 characters) to: traumkulturen(at)uni-saarland.de by 31 August 2017, including a short bio. Abstracts – and papers – can be in German, English or French. Following the conference, selected contributions will be published in a volume of the series Traum – Wissen – Erzählen by Fink Verlag (Paderborn).

 

Please find a PDF version here.

Appel à contribution:

»Rêves de naissance et de mort. La représentation onirique des expériences-limites du corps dans la littérature, les arts plastiques, le théâtre, la musique et les films«

 

Congrès international du DFG-Graduiertenkolleg »Cultures européennes du rêve« (GRK 2021)

 

Du 21 au 23 mars 2018 à l’Université de la Sarre, Sarrebruck (Allemagne)

 

Le phénomène anthropologique du rêve, ô combien énigmatique, est omniprésent dans les cultures européennes, et ce, depuis la nuit des temps: on retrouve des représentations oniriques dans les arts depuis l’Antiquité classique jusqu’à l’époque contemporaine. Or, l’on peut déceler des différences de représentation du rêve, qu’il soit raconté, peint, mis en musique ou mis en scène; des différences nettement spécifiques à chaque époque, même lorsque l’on considère leur esthétique formelle respective. La thématique au cœur de ce congrès aborde donc un sujet éternel: la transition entre vie et non-vie en tant qu’expérience-limite et la façon dont celle-ci s’accomplit au cours du processus de donner la vie, tout autant que celui du naître et du mourir.

 

Que ce soit dans la Bible ou les mythes antiques (L’Iliade, L’Orestie), dans les épopées et les récits médiévaux (Perceval, les Nibelungen, Les Contes de Canterbury) ainsi que dans les drames de Shakespeare ou Calderón; de l’époque des Lumières (Diderot, Rousseau) en passant par le romantisme (Novalis, Brentano) jusqu’à la littérature moderne et contemporaine (Kafka, Karahasan, Politycki), on retrouve d’innombrables rêves qui ont pour point nodal une expérience aux frontières de la vie. De la même manière, nombreuses sont les œuvres en arts plastiques (Daumier, Hodler), en musique (Berlioz, Korngold) ou au cinéma (Bergman, Kubrick, Craven) dédiées à la représentation onirique ou cauchemardesque des expériences-limites et expériences essentielles. La naissance et la mort sont des expériences particulièrement dérangeantes et menaçantes dans la mesure où elles concernent tout être humain et l’obligent inévitablement à éprouver son corps de façon hautement individuelle. Dans le même temps, elles s’actualisent au-delà du souvenir: mourir et naître se situent aux frontières de la vie et, de fait, surviennent toujours trop tôt ou trop tard pour être vécues par le moi comme une expérience authentique.

 

À l’inverse, les rêves – en tant que fictions, imaginations ou mises en scène – peuvent ouvrir des espaces esthétiques de l’expérimentation à ces transitions extrêmes du corps. Le mystère que le rêve renferme, son mépris à l’égard des lois physiques du temps et de l’espace ou envers les modèles culturels de l’identité, sa défiance de la cohérence ou de la logique sont décuplés dans les rêves de début et de fin de l’existence. C’est la raison pour laquelle la représentation de telles expériences oniriques lance un défi particulièrement élevé à la conception artistique. Car, d’une façon tout aussi troublante qu’originale, le rêve prend la mesure de l’abîme qui existe entre l’expérience vécue par tout être humain, telle que la naissance et la mort, et sa »non-racontabilité« subjective, individuelle: les souvenirs et récits oniriques trouvent des moyens et des possibilités de s’exprimer afin de retracer et de transmettre l’absence, l’irreprésentable.

 

Depuis 2015, les membres du Graduiertenkolleg de Sarrebruck intitulé »Cultures européennes du rêve« étudient les interrelations entre l’esthétique onirique, la culture et l’histoire des sciences. Nous dédions ce congrès au phénomène du rêve de naissance et de mort, à ses discours scientifiques ainsi qu’à ses réalisations artistiques dans l’optique de retracer une histoire littéraire, culturelle et médiale du rêve.

 

Sont acceptées toutes les communications concernant la vie et la mort représentées dans le rêve – sous quelque forme artistique que ce soit et abordées sous diverses perspectives disciplinaires : la philosophie, l’histoire, la théologie, la littérature, l’art, le théâtre, le cinéma, la musique ou la science des médias.

 

Voici une liste des thèmes qui pourront être abordés:

 

Expériences-limites et conception esthétique du rêve

  • Études sur la conception artistique du rêve, de la naissance à la mort, au niveau de:

               - l’expérience somatique vs. l’expérience sensuelle

               - les limites du corps / les limites du médium

               - l’expérience du temps et/ou de l’espace

  • des rêves positifs de mort
  • des rêves de naissance et de mort et leur référence au monde réel (implications politiques, connexité avec un régime (post-)dictatorial, rêve et traumatismes collectifs, fonctions identitaires, références coloniales et post-coloniales, etc.)
  • conception esthétique du rêve des expériences-limites sous des formes artistiques multimédiales

 

Perspective poétologique / corrélation entre »travail culturel« et »construction esthétique«

  • discours religieux et rêves artistiques de la naissance à la mort dans la mutation historique
  • connaissance scientifique et culturelle sur la naissance et la mort dans les représentations artistiques du rêve
  • articulation genrée de la naissance et de la mort dans les conceptions artistiques du rêve
  • poétique onirique individuelle et expériences-limites entre vécu personnel et le discours culturel, voire scientifique, sur la naissance et la mort

 

Suivant l’exemple des différents axes d’analyse menée par le Graduiertenkolleg dans son programme de recherche, les objets d’étude pourront être considérés dans leur perspective diachronique, transmédiale et/ou comparatiste.

 

Les propositions de communication (en allemand, français ou anglais) ne devront pas dépasser 3 000 signes et être envoyées au plus tard le 31 août 2017 (accompagnées d’une courte notice biobibliographique) à l’adresse suivante: traumkulturen(at)uni-saarland.de

 

À la suite de ce colloque, les communications sélectionnées seront publiées en volume dans la collection Traum – Wissen – Erzählen (Rêve – Savoir – Récit) aux éditions Fink (Paderborn).

 

Appel à contribution au format PDF

»Traum und Inspiration« | »Dream and Inspiration«

Internationale Nachwuchstagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«

 

5.–7. Oktober 2016, Universität des Saarlandes, Saarbrücken 

Rückblick

Vom 5. bis 7. Oktober fand die interdisziplinäre Nachwuchstagung »Traum und Inspiration. Aktuelle Ansätze zu einem Topos in Kunst und Literatur« des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« an der Universität des Saarlandes statt. Insgesamt siebzehn Promovierende und Postdoktoranden aus Deutschland und dem europäischen Ausland stellten Beispiele aus der Kunst-, Literatur-, Medien- und Musikwissenschaft zur Diskussion. Das kreative Potential von Traumerfahrungen für die künstlerische Produktion vom ausgehenden Mittelalter bis zur Gegenwart wurde dabei ebenso in den Blick genommen, wie theoretische Positionen, die den Topos mitunter abwertend für regelfremde, phantastische Werke aufgriffen, zu anderen Zeiten aber auch für die Mythenbildung des Künstlergenies nutzbar machten. Für den Abendvortrag konnte Prof. Dr. Andrea Allerkamp (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder) gewonnen werden, die mit ihrem Beitrag »Ähnlichkeiten entdecken. Für eine Minimalästhetik des Traums« ausgehend von Paul Valéry die Debatten um einen ästhetik-philosophischen Ansatz bereicherte. Mit über fünfzig Teilnehmer_innen war die Veranstaltung erfreulich gut besucht und bot Gelegenheit zum internationalen und fächerübergreifenden Austausch.

Ankündigung

Träume gelten schon seit der Antike, vor allem aber ab dem 18. Jahrhundert als Erfahrungsräume, die insbesondere dem künstlerischen Subjekt als Quelle von Inspiration und Kreativität dienen können. Der Topos vom Träumer als Künstler beziehungsweise vom Künstler als Träumer schlug sich nicht nur im philosophischen und kunsttheoretischen Diskurs der Romantik und daran anknüpfender Künstler- und Schriftstellergenerationen nieder, sondern findet sich auch in zahlreichen Werken der Literatur, Malerei und Grafik wieder. »Der Traum ist unwillkürliche Dichtkunst« heißt es so zugespitzt bei Jean-Paul, und Künstler wie Füssli, Ingres oder die Nazarener verliehen ihrer Faszination für den künstlerischen Schaffensprozess mit Hilfe der Traummetapher in Bildwerken Ausdruck. Dabei erscheint der Traum als produktiver Bewusstseinszustand, in dem der Kunstschaffende besonders empfänglich ist für die Regungen der eigenen Imaginationskraft oder auch für von außen herangetragene Eingebungen transzendenten Ursprungs.

 

Mithilfe kontextualisierender Fallstudien aus der Kunst-, Literatur-, Musik- und Filmgeschichte will die Tagung ein differenzierteres Bild der Funktionen und Deutungen dieses Topos entwerfen. Neben Phänomenen des 18. und 19. Jahrhunderts werden auch frühere Positionen als Wegbereiter der späteren Diskurse vorgestellt. Beispiele des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart ermöglichen es weiterhin, Rezeptionslinien und Brüche mit traditionellen Konzepten – insbesondere auch in den neueren Medien – aufzuzeigen.

TAGUNGSPROGRAMM

Mittwoch, 5. Oktober 2016

 

09.30 Uhr | Begrüßung und Einführung

Moderation: Christiane Solte-Gresser und Marlen Schneider

 

I. Ausgangspunkte/Wegbereiter

Moderation: Hannah Chegwin

 

10.00 Uhr Jennifer Owen (University of Edinburgh): »Representing the Dream in Manuscripts of the Roman de la Rose«

 

10.45 Uhr David Zagoury (University of Cambridge): »Vasari’s Dream:  Imagination and Impossibility in Cinquecento Art Theory«

 

11.30 Uhr Anna Magnago Lampugnani (Bibliotheca Hertziana, Rom): »›picturae somnium‹ – Giovan Paolo Lomazzos literarische und bild-künstlerische Grotteschi als Spuren seiner Inspiration«

 

Mittagspause

 

II. Skandalon und Faszinosum

Moderation: Semjon Dreiling

 

13.30 Uhr Florence Fesneau (Université Paris I Panthéon Sorbonne): »The Artist’s Inspired Dream at the Time of the French Enlightenment: an Amorous Creation«

 

14.15 Uhr Marlen Schneider (Universität des Saarlandes): »Disturbing Inventions: Dream, Inspiration and Imagination from Watteau to Fragonard«

 

Kaffeepause

 

15.30 Uhr Christian Quintes (Universität des Saarlandes): »Die Traumpoetik Friedrich von Hardenbergs (Novalis)«

 


 

18.00 Uhr | Abendvortrag

Moderation: Christiane Solte-Gresser

Andrea Allerkamp (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder): »Ähnlichkeiten entdecken. Für eine Minimalästhetik des Traums«

 

 

Donnerstag, 6. Oktober 2016

 

III. Experimentierfeld Traum 

Moderation: Stefanie Kreuzer

 

09.30 Uhr Lisa Dieckmann (Universität Köln): »Kombinatorik und Arabeske: Referenzialität und Transformation als traumanaloge und selbstreflexive Bildstrategie«

 

10.15 Uhr Magdalena Zorn (Ludwig-Maximilians-Universität München): »Geträumte Klangszenarien. Zum Traum als kompositionstechnische Inspirationsquelle im 20. Jahrhundert«

 

Kaffeepause

 

11.30 Uhr Anna Rick (Universität Siegen): »Traumaufzeichnungen in und um Wolfgang Herrndorfs Arbeit und Struktur«

 

Mittagspause


IV. Kreative Traumerfahrungen 

Moderation: Murat Ates

 

14.00 Uhr Katina Baharova (Universität des Saarlandes): »Der Traum als Quelle göttlicher Inspiration in der russischen Undergroundlyrik. Ol’ga Sedakova, Elena Švarc und Gennadij Ajgi im Vergleich«

 

14.45 Uhr Linda Weiß (Humboldt-Universität Berlin): »Jan Kameníks Traumtexte als Quelle der Inspiration«

 

 Kaffeepause

 

16.00 Uhr Margot Dacheux/Giulio Boato (Université Sorbonne Nouvelle Paris 3): »The body of the dream. Analysis of the oneiric scenes in Jan Fabre’s Mount Olympus performance«

Freitag, 7. Oktober 2016

 

V. Inspiration und Rezeption 

Moderation: Marlen Schneider

 

9.00 Uhr Alexander Linke (Ruhr-Universität Bochum): »Arkadisches Sehen – oder: die Option des Betrachters zur träumenden Perzeption«

 

9.45 Uhr Tina Anderlini (independent scholar, Bordeaux III): »A beautiful romantic dream: To reach Burne-Jones' world«

 

Kaffeepause

 

11.00 Uhr Janina Klein (Universität des Saarlandes): »Romantik, Surrealismus, Informel – Traum und Inspiration im Werk von Bernard Schultze«

 

11.45 Uhr Yulia Marfutova (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): »Alice im Wunderland trifft auf Walter Benjamin, Ernst Bloch und Dr. Freud – Intertextuelles Träumen in Christa Wolfs Stadt der Engel«

 

12.30 – 13.30 Uhr | Abschlussdiskussion

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie auch hier.

Kontakt:

E-Mail: traumkulturen(at)uni-saarland.de

Telefon: 0681 - 302-2198

Fax: 0681 - 302-4223

 

Veranstaltungsort:

Universität des Saarlandes

Graduate Centre (ehemals »Jägerheim«)

Campus C9 3

66123 Saarbrücken

 

Konzept:

Marlen Schneider