Wissenschaftliche Konferenzen und Tagungen

Call for Papers

»Träumen mit allen Sinnen. Sinnliche Wahrnehmung in ästhetischen Traumdarstellungen«   

 

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Internationale Nachwuchstagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«

10.-12. Februar 2020, Villa Europa, Saarbrücken

In ihren Memoiren schreibt die taubblinde Schriftstellerin Helen Keller 1903: »In my dreams I have sensations, odours, tastes, and ideas which I do not remember to have had in reality.« Der Traum lässt sich in der Tat nicht auf seine visuelle und sprachliche Dimension reduzieren, sondern schließt weitere Formen der Wahrnehmung und Erfahrung mit ein: Geträumt wird mit allen Sinnen, wie auch die neurowissenschaftliche Forschung belegt (Bulkeley 2009, Schredl 2008). Noch vor jeglichem psychoanalytischen, hermeneutischen oder naturwissenschaftlichen Versuch der Bedeutungs- und/oder Funktionszuschreibung stellt der Traum damit eine elementare Körpererfahrung dar: Von der Schwerlosigkeit des Fliegens bis hin zum Erleben einer paralysierenden Starrheit, von der erotischen Erregung bis hin zu den körperlichen Impulsen von Wut oder Angst, wird in Träumen die leiblich-sinnliche Dimension unmittelbar erlebt.

Ihrerseits stellt die sinnliche Wahrnehmung bekanntlich ein Feld dar, auf dem die Künste in besonders produktiver Weise operieren. Von den Sinnesallegorien der flämischen Barockmalerei des 17. Jahrhunderts bis zum Klarinettenkonzert D’om le vrai sens (2011) der finnischen Komponistin Kaija Saariaho, von den spätmittelalterlichen Bildteppichen La Dame à la licorne (16. Jh.) bis hin zu Jeremy Podeswas Episodenfilm The five senses (CAN 1999) oder David Mackenzies Science-Fiction-Filmdrama Perfect Sense (DE/UK/DK 2011) werden außerdem die fünf Sinnesorgane oft selbst zum Gegenstand ästhetischer Darstellungen. Synästhetische Erfahrungen bilden eine weitere Dimension, mit der die Künste – von Richard Wagners Idee eines Gesamtkunstwerkes bis hin zu Wassily Kandinsky oder der Installationskunst – ihre sensorischen und medialen Grenzen erweitern. Schließlich lässt sich mit dem Philosophen Otto Friedrich Bollnow die These aufstellen, dass die Sinnesorgane erst durch die Kunst »zu eigentlichen menschlichen Sinnen« werden, was dem Wechselverhältnis zwischen ästhetischen Artefakten und sinnlicher Wahrnehmung eine pädagogische und durchaus politische Funktion zuspricht (Bollnow 1988: 31).

Trotz der gemeinsamen Verortung von Traum und Ästhetik in der leiblichen Erfahrung und der sensorischen Wahrnehmung, ist die Forschung zu dieser Thematik noch wenig ausgeprägt. Einige Disziplinen, wie etwa die phänomenologisch ausgerichtete Filmwissenschaft (Barker 2009, Casetti 2008) oder interdisziplinäre Ansätze wie die sogenannte Somaästhetik (Shusterman 2005 u. 2012) haben jüngst versucht, den Zusammenhang zwischen ästhetischen Artefakten und ihrer leiblichen Dimension wissenschaftlich zu erforschen. Das DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021) hat sich auf einer Konferenz im März 2018 bereits mit Träumen als Grenzerfahrungen an den Rändern des Lebens beschäftigt und geträumten Erfahrungen von Geburt und Tod in Literatur, Kunst, Musik und Film einen eigenen Band gewidmet (Bertola/Solte-Gresser 2019). An die hier diskutierten Fragestellungen knüpft die geplante Tagung an, indem sie einerseits das thematische Spektrum auf alle Formen der Sinneswahrnehmung im Traum ausweitet, sich andererseits aber auf die Spezifik der ästhetischen Inszenierung solcher Erfahrungen konzentriert: Willkommen sind Beiträge, die Präsenz, Darstellungsverfahren und Funktionen sinnlicher Erfahrung in ästhetischen Traumdarstellungen untersuchen. Die Ausrichtung der Tagung ist dabei, dem Konzept der »Europäischen Traumkulturen« entsprechend (Oster/Reinstädler 2017) Kulturraum, Epochen, Medien und Disziplinen übergreifend.

 

Beispiele für mögliche Beiträge sind:

 

  • Individuelle und/oder kollektive Sinneswahrnehmungen in ästhetischen Traumdarstellungen über Krieg, Traumata, Gewalt, koloniale oder postkoloniale Unterdrückung, Befreiung.
  • Spezifische Verwendungen der Traumlogik für die Gestaltung und Inszenierung von sensorischen Erfahrungen, die sich konventioneller Weise der Erzählbarkeit oder der logisch-diskursiven Vermittlung entziehen.
  • Generierung von innovativen ästhetischen Formen oder Infragestellung von tradierten Gestaltungsnormen und/oder Gattungen mittels einer ‚anderen‘, auf die sinnliche Wahrnehmung fokussierten Erfahrungslogik des Traums.
  • Synästhetische Traumerfahrungen und ihre künstlerische Darstellung.
  • Sensorische Erfahrungen von Alterität im Traum (Doppelgänger, Versetzung in den Körper eines Fremden oder Verwandlung in Tiere und/oder Objekte) und ihre ästhetische Gestaltung.
  • Ästhetische Traumdarstellungen von körperlichen und sinnlichen Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen, wie Selbstdistanz, Raumwechsel, Außen- und Innenräume des Körpers, Erfahrung von ungewöhnlichen bzw. unmöglichen Körperbewegungen.
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sinneswahrnehmungen in ästhetischen Schlaftraumdarstellungen zu traumverwandten Phänomenen wie Halluzination, Rausch, Vision, Prophezeiung, traumatischem flash-back.
  • Riechen, Fühlen, Tasten, Schmecken, Sehen oder Hören von Dingen in ihrer Materialität und ihre ästhetische Darstellung im oder als Traum.
  • Ästhetische Gestaltungs- und Inszenierungsverfahren für die Traumerfahrungen von Angst, Freude, Sinnlichkeit, Unheimlichem oder einem onirischen Zeit-, Raum-, Klang- und Farberleben in unterschiedlichen Medien.

 

Der interdisziplinären Ausrichtung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« folgend (Forschungsprogramm), richtet sich die Ausschreibung an Nachwuchswissenschaftler*Innen (Doktorand*Innen, Postdoktorand*Innen und Habilitierende) aus den Bereichen der Kunst-, Theater-, Film-, Medien-, Musik- und Literaturwissenschaft sowie Geschichte, Philosophie und angrenzende Disziplinen.

 

Schicken Sie Ihren Vorschlag bitte bis zum 3. November 2019 als Exposé mit einem Umfang von maximal 3.000 Zeichen in deutscher, englischer oder französischer Sprache zusammen mit einem kurzen Lebenslauf als Word-Datei an: traumkulturen(at)uni-saarland.de

 

Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Im Anschluss an die Tagung ist die Veröffentlichung ausgewählter Beiträge in einem Band der Reihe Traum – Wissen – Erzählen des Fink Verlags (Paderborn) vorgesehen.

 

Auswahlbibliographie

 

Barker, J. M. (2009). The Tactile Eye: Touch and the Cinematic Experience. Berkeley.

 

Bertola, M. / Solte-Gresser, C. (2019). An den Rändern des Lebens. Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten. Paderborn.

 

Bollnow, O. F. (1988). Zwischen Philosophie und Pädagogik. Aachen.

 

Bulkeley, K. (2009). Seeking patterns in dream content: A systematic approach toward searches. Consciousness and Cognition, 18, 905-916.

 

Casetti, F. (2008). Eye of the Century. Film, Experience, Modernity. New York.

 

Oster, P. / Reinstädler, J. (2017). Traumwelten. Interferenzen zwischen Text, Bild, Musik, Film und Wissenschaft. Paderborn.

 

Schredl, M. (2008). Traum. München. Shusterman, R. (2005): Leibliche Erfahrung in Kunst und Lebensstil. Berlin.

 

Shusterman, R. (2012). Körper-Bewusstsein. Für eine Philosophie der Somaästhetik. Hamburg.

 

 

Eine PDF-Version des CfP finden Sie hier.

»Dreaming with all Senses. Sensory Perception in Aesthetic Dream Representations«

 

International Conference hosted by the DFG-funded Research Training Group »European Dream Cultures« (GRK 2021)

 

10-12 February 2020, Villa Europa, Saarbrücken

 

In her memoirs (1903), deaf-blind author Helen Keller writes: »In my dreams I have sensations, odours, tastes, and ideas which I do not remember to have had in reality.« In fact, dreams cannot be reduced to their visual and verbal dimension but include other forms of perception and experience: Neuroscientific research shows that dreaming involves all our senses (Bulkeley 2009, Schredl 2008). Above all efforts in psychoanalysis, hermeneutics or the natural sciences to ascribe functions and meanings to dreams, they are an elementary body experience: From the weightlessness of flying to the experience of paralysing stillness, from erotic excitement to physical impulses of anger or fear – dreaming takes place on the dimension of bodily and sensory perception.

 

Sensory perception itself opens up a vast field of possibilities for the arts. From the allegorical representation of the five senses in Flemish painting in the seventeenth century to the clarinet concerto D’om le vrai sens (2011) by Finnish composer Kaija Saariaho, from the late medieval tapestries La Dame à la licorne (sixteenth century) to Jeremy Podeswa’s episodic film The Five Senses (CAN 1999) or David Mackenzie’s science fiction drama film Perfect Sense (UK/DK/SE/IE 2011), the five sensory organs themselves often become the subject of aesthetic representation. Furthermore, synesthetic experiences – from Richard Wagner’s idea of Gesamtkunstwerk to Wassily Kandinsky or installation art – have become a way for the arts to transcend their sensory and medial limitations. Finally, it seems fitting to point to the thesis of philosopher Otto Friedrich Bollnow, stating that the sensory organs only become »real human senses« through art, which affirms the pedagogical and political function of the interdependency between aesthetic artefacts and sensory perception (Bollnow 1988: 31).

 

Even though dreams and aesthetics are both rooted in bodily experience and sensory perception, there has been little research on this topic. Some disciplines, such as phenomenologically oriented film studies (Barker 2009, Casetti 2008) or interdisciplinary approaches like the so-called somaesthetics (Shusterman 2005, 2012) have recently tried to analyse the interrelation of aesthetic artefacts and their bodily dimension. The DFG-funded Research Training Group »European Dream Cultures« (»Europäische Traumkulturen«, GRK 2021) has already held a conference on dreams as liminal experiences related to birth and death. It has also dedicated an anthology to their representations in literature, art, music and film (Bertola/Solte-Gresser 2019). The questions raised here will be considered at the planned conference by extending the thematic scope to sensory perception in dreams but at the same time by focussing on the specific characteristics of the aesthetic representation of such experiences. We welcome contributions analysing the presence, modes of representation and functions of dreams in art. According to the concept of the »European Dream Cultures« (Oster/Reinstädler 2017), the conference will pursue its subject across different cultures, eras, media and disciplines.

 

Examples for possible contributions include:

 

  • Individual and/or collective sensory perceptions in aesthetic dream representations, relating to war, trauma, violence, colonial or postcolonial oppression, liberation.
  • Use of dreamlike logic as a way of depicting sensory experiences that cannot be narrated conventionally or communicated in a logical/discursive manner.
  • Design of innovative aesthetic forms or the challenging of traditional norms of representation and/or genres by means of a ‘different’ logic that focusses on the sensory perception in dreams.
  • Synesthetic dream experiences and their representations in art.
  • Sensory experiences of alterity in dreams (Doppelgänger, shifting into another person or transformation into animals and/or objects) and their aesthetic depiction.
  • Aesthetic representations of dreams involving liminal experiences or transgressions related to the body or the senses, such as self-distance, changes of location, outer and inner spaces of the body, experiences of unusual or impossible body movements.
  • Similarities and differences between the aesthetic representation of dreams during sleep and other dreamlike phenomena such as hallucination, ecstasy, visions, prophecies, traumatic flashbacks.
  • Smelling, feeling, touching, tasting, seeing or hearing objects in their materiality and their aesthetic representation in/as dreams.
  • Aesthetic representations of sensations in dreams, such as fear, joy, sensuality, uncanniness, or of the experience of time, space, sound and colour across different media.

 

Following the concept of the Research Training Group »European Dream Cultures« (http://www.traumkulturen.de/forschung-publikationen/forschungsprogramm.html#acc-2790), this call is addressed to early career researchers (doctoral candidates and postdoctoral researchers) from the disciplines of art, theatre, film, media, music and literary studies, as well as history, philosophy and other related studies.

 

Please submit your proposal as a word file to traumkulturen(at)uni-saarland.de by the 3rd of November 2019. Please describe your project – in English, German or French – in an abstract not exceeding 3,000 characters and include a short CV.

 

The languages spoken at the conference will be German, English and French. Following the conference, we plan to include selected contributions in a volume of the series Traum – Wissen – Erzählen, published by Fink (Paderborn).

 

Selected Bibliography

 

Barker, J. M. (2009). The Tactile Eye: Touch and the Cinematic Experience. Berkeley.

 

Bertola, M. / Solte-Gresser, C. (2019). An den Rändern des Lebens. Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten. Paderborn.

 

Bollnow, O. F. (1988). Zwischen Philosophie und Pädagogik. Aachen.

 

Bulkeley, K. (2009). Seeking patterns in dream content: A systematic approach toward searches. Consciousness and Cognition, 18, 905-916.

 

Casetti, F. (2008). Eye of the Century. Film, Experience, Modernity. New York.

 

Oster, P. / Reinstädler, J. (2017). Traumwelten. Interferenzen zwischen Text, Bild, Musik, Film und Wissenschaft. Paderborn.

 

Schredl, M. (2008). Traum. München.

 

Shusterman, R. (2005). Leibliche Erfahrung in Kunst und Lebensstil. Berlin.

 

Shusterman, R. (2012). Körper-Bewusstsein. Für eine Philosophie der Somaästhetik. Hamburg.

 

 

Please find a PDF version here.

»Rêver avec tous les sens. La perception sensorielle dans les représentations esthétiques du rêve«

 

Congrès international du DFG-Graduiertenkolleg »Cultures européennes du rêve« (GRK 2021)

 

Du 10 au 12 février 2020 à Villa Europa, Sarrebruck (Allemagne)

 

En 1903, l’écrivaine sourde et aveugle Hellen Keller écrit dans ses mémoires : « In my dreams I have sensations, odours, tastes, and ideas which I do not remember to have had in reality ». En effet, le rêve n’est pas réductible à ses dimensions visuelle et verbale, mais inclut d’autres formes de la perception et de l’expérience : Nous rêvons avec tous nos sens, les recherches neuroscientifiques le confirment (Bulkeley 2009, Schredl 2008). Bien avant toute tentative psychanalytique, herméneutique ou scientifique de lui attribuer des significations ou des fonctions précises, le rêve représente une expérience corporelle primaire : de l’apesanteur que l’on ressent lors de l’envol à l’expérience de la paralysie, de l’excitation érotique aux impulsions corporelles de la colère ou de la peur – le rêve fait directement vivre une dimension charnelle et sensorielle.

 

De son côté, la perception sensorielle représente un domaine fructueux pour la création artistique. Des allégories des cinq sens de la peinture flamande du XVIIe siècle au concert de clarinette D’om le vrai sens (2011) de la compositrice finlandaise Kaija Saariaho, des tapisseries La Dame à la licorne (XVIe siècle) au drame de science-fiction Perfect Sense (SE/UK/DK 2011) de David Mackenzie, en passant par le film épisodique The Five Senses (CAN 1999) de Jerey Podeswas, les cinq sens deviennent souvent eux-mêmes l’objet des représentations esthétiques. Les expériences synesthétiques – de l’idée de l’œuvre totale de Richard Wagner à Wassily Kandinsky et à l’installation artistique – constituent une autre dimension qui permet aux arts d’étendre les limites sensorielles et médiales. Enfin, le philosophe Otto Friedrich Bollnow émet l’hypothèse que c’est seulement par le biais de l’art que nos sens deviennent « des sens humains au sens propre », ce qui attribue une fonction pédagogique et même politique à l’interdépendance des artéfacts esthétiques et de la perception sensorielle (Bollnow 1988 : 31).

 

Malgré l’ancrage commun du rêve et de l’esthétique dans l’expérience charnelle et dans la perception sensorielle, la recherche sur ce sujet est peu avancée. Certaines disciplines, comme les sciences cinématographiques d’orientation phénoménologique (Barker 2009, Casetti 2008) ou des approches interdisciplinaires, telles que la soma-esthétique (Shusterman 2005 u. 2012), ont tenté récemment d’étudier le lien entre des artefacts esthétiques et leur dimension charnelle. Le DFG-Graduiertenkolleg « Cultures européennes du rêve » (GRK 2021) s’est confronté en mars 2018 au rêve comme expérience limite aux confins de la vie ; il a consacré un ouvrage collectif aux expériences oniriques qui abordent la naissance et la mort en littérature, art, musique et film (Bertola/Solte-Gresser 2019). Ce colloque se conçoit comme suite des problématiques discutées dans cet ouvrage, d’une part en étendant le spectre thématique à toutes les formes de la perception dans le rêve, d’autre part en se concentrant sur les spécificités de la mise en scène esthétique de telles expériences : des contributions qui étudient la présence, les mécanismes de représentation et les fonctions de la perception sensorielle dans différentes représentations oniriques seront les bienvenues. L’orientation du colloque est, en accord avec le concept des « cultures européennes du rêve » (Oster/Reinstädler 2017), interdisciplinaire, transmédiale et transséculaire.

 

Voici quelques exemples de problématiques possibles :

 

  • La perception sensuelle, individuelle et/ou collective, dans différentes représentations esthétiques du rêve abordant guerres, traumatismes, violence, oppression coloniale et postcoloniale, libération.
  • L’appropriation des logiques oniriques pour la représentation et la mise en scène d’expériences sensorielles qui échappent aux modes conventionnels de la narration ou de la médiation logique et discursive.
  • La mise en question de genres et/ou de normes esthétiques établis ou la génération de formes esthétiques novatrices par le biais d’une logique onirique « différente », fondée sur l’expérience et centrée sur la perception sensorielle.
  • Les expériences oniriques synesthétiques et leur représentation artistique.
  • Les expériences sensorielles d’altérité dans le rêve (le double, la transposition dans le corps d’un étranger, la métamorphose en animal et/ou en objet) et leurs représentations artistiques.
  • Les représentations esthétiques d’expériences limites ou de transgressions physiques et sensorielles dans le rêve, telles que la distance par rapport à soi-même, la téléportation, les espaces corporels extérieurs et intérieurs, l’expérience de mouvements physiques inhabituels, voire impossibles.
  • Les convergences et les divergences des perceptions sensorielles dans différentes représentations esthétiques du rêve nocturne et des phénomènes connexes, tels que l’hallucination, l’ivresse, la vision, la prophétie, le flash-back traumatique.
  • Les dimensions olfactive, tactile, gustative, visuelle ou auditive de la perception dans leur plasticité et leur représentation esthétique dans le rêve.
  • Les mécanismes esthétiques de la représentation et de la mise en scène d’expériences oniriques qui abordent la peur, la joie, la sensualité, l’inquiétante étrangeté ou l’expérience du temps, de l’espace, du son et de la couleur dans différents médias.

 

Suivant l’orientation interdisciplinaire du DFG-Graduiertenkolleg « Cultures européennes du rêve » (http://www.traumkulturen.de/forschung-publikationen/forschungsprogramm.html#acc-2790), l’appel s’adresse aux jeunes chercheuses/jeunes chercheurs (doctorannt-e-s, postdoctorant-e-s et maître-sse-s de conférences sans HdR) en histoire de l’art, sciences théâtrales et cinématographiques, musicologie, littérature, ainsi qu’en histoire, philosophie et disciplines annexes.

 

 

Merci d’adresser votre proposition de 3000 signes maximum, rédigée en allemand, anglais ou français, ainsi qu’un court CV sous format WORD jusqu’au 3 novembre 2019 à : traumkulturen(at)uni-saarland.de

 

Les langues du colloque seront l’allemand, l’anglais et le français. Une publication de contributions choisies dans un volume de la série Traum – Wissen – Erzählen est prévue chez l’éditeur « Fink Verlag (Paderborn) ».

 

Bibliographie sélective

 

Barker, J. M. (2009). The Tactile Eye: Touch and the Cinematic Experience. Berkeley.

 

Bertola, M. / Solte-Gresser, C. (2019). An den Rändern des Lebens. Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten. Paderborn.

 

Bollnow, O. F. (1988). Zwischen Philosophie und Pädagogik. Aachen.

 

Bulkeley, K. (2009). Seeking patterns in dream content: A systematic approach toward searches. Consciousness and Cognition, 18, 905-916.

 

Casetti, F. (2008). Eye of the Century. Film, Experience, Modernity. New York.

 

Oster, P. / Reinstädler, J. (2017). Traumwelten. Interferenzen zwischen Text, Bild, Musik, Film und Wissenschaft. Paderborn.

 

Schredl, M. (2008). Traum. München.

 

Shusterman, R. (2005). Leibliche Erfahrung in Kunst und Lebensstil. Berlin.

 

Shusterman, R. (2012). Körper-Bewusstsein. Für eine Philosophie der Somaästhetik. Hamburg.

 

 

 

Appel à contribution au format PDF

VERGANGEN

»A gateway to secret existences«. Dream, Body and Sound in Kaija Saariaho’s music

Internationale Tagung unterstützt vom Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen«

 

24.–25. Mai 2019, Universität des Saarlandes, Saarbrücken 

Tagungsankündigung

 

Internationale Tagung

 

»A gateway to secret existences«. Dream, Body and Sound in Kaija Saariaho’s music

 

24. bis 25. Mai 2019 an der Universität des Saarlandes

 

- English version below -

 

Keynote:

Prof. Dr. Joy Calico (Vanderbilt University): Clémence’s Waking Dream in Act II of ›L’amour de loin‹

 

Roundtable mit Dr. Camilla Hoitenga

 

Liedkonzert mit Caroline Melzer (Sopran) und Mihaela Tomi (Klavier)

 

 

Am 24. und 25. Mai 2019 findet im Graduate Centre der Universität des Saarlandes eine internationale Tagung über Präsenz und Funktion des Traums in den Werken der zeitgenössischen finnischen Komponistin Kaija Saariaho statt.

 

Mit ihrer direkten, emotionalen Qualität erreicht Saariahos Musik, die sich in der Tradition der musikalischen Avantgarde und insbesondere des Spektralismus verortet, eine breite Zuhörerschaft. Ihre Werke haben über die letzten zwei Jahrzehnte einen festen Platz in den Programmen der wichtigsten Konzertsäle und Opernhäuser der Welt erlangt. Dabei spielt die Thematik des Traums eine wichtige Rolle: In der spezifischen Logik der Träume findet Saariaho, die selbst ein Traumtagebuch führt, eine wichtige Inspirationsquelle und ein Mittel, um neue kompositorische Verfahren zu erproben.

 

Die internationale Tagung, die vom DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021) unterstützt wird, widmet sich der Erkundung der mannigfachen kulturellen wie musikalischen Implikationen des Traumphänomens in Saariahos instrumentalen, vokalen und musiktheatralischen Werken. Eine Keynote von Prof. Dr. Joy Calico (Vanderbilt University) und ein abschließender Roundtable mit der Flötistin und langjährigen Interpretin von Saariahos Werken Dr. Camilla Hoitenga sollen das Konferenzthema vertiefen und weitere Gelegenheit für den Austausch unter den Konferenzteilnehmern und dem interessierten Publikum bieten.

 

Am 24. Mai 2019 findet außerdem ein Kammerkonzert mit traumbezogenen Liedern von Saariaho im Anschluss an den ersten Konferenztag um 18.45 Uhr in der Aula an der Universität des Saarlandes statt.

 

Die Tagungssprache ist Englisch. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

Um Anmeldung wird bis zum 1. Mai 2019 gebeten (mauro.bertola(at)uni-saarland.de).

 

 

Conference Announcement

 

International Conference

 

»A gateway to secret existences«. Dream, Body and Sound in Kaija Saariaho’s music

 

24–25 May 2019 at Saarland University

 

Keynote Speaker Prof. Dr. Joy Calico (Vanderbilt University)

Clémence’s Waking Dream in Act II of »L’amour de loin«

 

Round-table discussion with Dr. Camilla Hoitenga

 

Chamber Concert with Caroline Melzer (Soprano) and Mihaela Tomi (Piano)

 

»I’m someone who remembers many of my dreams. […] But I don’t write dreamy, floaty music. It’s more to do with dreams as a gateway to secret existences, like death and love, the basic things that we know nothing about« (K. Saariaho).

 

In the course of the past two decades, Kaija Saariaho has become one of the most prominent personalities on the contemporary music scene: Committed to the tradition of the musical avant-garde, especially of Spectralism, Saariaho’s music nevertheless appeals to a very broad audience, extending far beyond the circle of contemporary music specialists and devotees. Quite remarkably, Saariaho shares a longstanding and multifaceted interest in the topic of dream: Well acquainted with Freud’s psychoanalysis and David Foulke’s cognitive psychology, as well as keeping a dream diary herself, Saariaho finds in dreams and their unique logic a valuable source of inspiration and a device for exploring new compositional procedures.

 

This international conference, hosted by the DFG-funded Research Training Group »European Dream Cultures«, addresses the presence of dream and its interconnections with the dimension of the body and of sound in Saariaho’s instrumental, vocal and theatrical works. By approaching the subject from disparate perspectives – ranging from Freudian or Lacanian psychoanalysis to gender studies and the cultural history of dream – the conference aims at investigating the anthropological, cultural, theological and philosophical related implications at the core of Saariaho’s music and its longstanding involvement with dreams.

 

The conference will be complemented by a chamber concert with Saariaho’s dream-related songs and by a round table discussion with Camilla Hoitenga, Saariaho’s longstanding flute interpreter.

 

The conference will take place at Saarland University from May 24–25, 2019. The conference language is English.

 

The symposium is free to attend but registration is required no later than May 1st, 2019 (mauro.bertola@uni-saarland.de).

 

CONFERENCE PROGRAMME

Friday, May 24, 2019

 

12.30 | Registration and Coffee

 

13.00 | Introductory Remarks

Christiane Solte-Gresser, Chair of the DFG-funded Research Training Group »European Dream- Cultures«; Mauro Fosco Bertola

 

13.30 Gregor Herzfeld (Universität Wien): Utopia – Prophecy – Therapy: Dreams in the musical theatre after 1945 in highlights

 

14.30 Tomi Mäkelä (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg): Dream zones of Finnish music – desiderata or marginal?

 

15.30–16.00 Coffee break

 

16.00 Minna Mustonen (independent scholar): A story of guilt and trauma: Kaija Saariaho’s »Ballade«

 

17.00 Stephanie Schroedter (Universität Heidelberg): »On the threshold of composing movement and choreographing sound« – Kaija Saariaho’s »Ballet in 7 sections« MAA choreographed by Carolyn Carlson (1991)

 

18.00–18.45 Coffee break and walking together from Graduate Centre to concert venue

 

18.45 Recital:

Caroline Melzer – soprano

Mihaela Tomi – piano

 

Conference Dinner

 

 

Saturday, May 25, 2019

 

09.30 Liisamaija Hautsalo (University of the Arts, Helsinki): Dreams in Kaija Saariaho’s »Adriana Mater«

 

10.30 Yayoi Uno Everett (University of Illinois at Chicago): The liminality of Yūgen in Kaija Saariaho’s »Only the Sound Remains (2015)«

 

11.30–12.00 Coffee break

  

12.00 Mauro Fosco Bertola (Universität des Saarlandes): Post-Kantian dreams? Kaija Saariaho’s operatic dreamscapes 

 

13.00–14.30 Snacks and Refreshments

 

14.30 Keynote Joy H. Calico (Vanderbilt University): Clémence’s waking dream in act II of L’amour de loin

 

16.00 Music, body and dreams in Kaija Saariaho’s works: Round-table with Camilla Hoitenga and the performance of K. Saariaho’s “Laconisme de L’aile” (1982) and "Dolce Tormento” (2004)

»Träume von Geburt und Tod« | »Dreams of Birth and Death«

Internationale Tagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«

 

21.–23. März 2018, Universität des Saarlandes, Saarbrücken 

Rückblick

Vom 21. bis 23. März 2018 fand die Internationale Tagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« mit dem Titel »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film« an der Universität des Saarlandes statt. Mit 22 Vorträgen und einer Keynote über Richard Wagners vielschichtiges Verhältnis zum Thema Traum von Prof. Dr. John Deathridge, Emeritus des King’s College London und weltweit führendem Wagner-Spezialist, hat die Tagung rund 50 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, England, Frankreich, der Schweiz und den USA zusammengebracht, um über das überzeitliche Phänomen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seine Wissensdiskurse und künstlerische Realisierungen nachzudenken.

Das breite thematische und mediale Spektrum der einzelnen Vorträge machte die ununterbrochene Relevanz von Geburts- und Sterbeträumen seit dem Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart hinein ersichtlich: Bei Geburt und Tod handelt es sich um die beiden existenziellen (Grenz-)Erfahrungen an den Rändern des menschlichen Lebens, deren gesellschaftliche, religiöse oder genderspezifische Implikationen künstlerisch wie philosophisch auf vielfältige Weise ausgelotet wurden.

Am Ende des ersten Konferenztages fand in der Aula auch ein Liederabend statt, welcher das Konferenzthema musikalisch ausgestaltete: Reuben Willcox (Bariton) und Corinna Korff-Willcox (Klavier) haben mit großem Erfolg Lieder über das Träumen von unterschiedlichen Komponisten aus verschiedenen europäischen Ländern zu Gehör gebracht.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Tagung werden in Buchform publiziert.

Interview mit Dr. Mauro Bertola im SWR 2 zur Internationalen Tagung »Träume von Geburt und Tod«

Tagungsankündigung

 

Internationale Tagung des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021)

 

Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film

 

21. bis 23. März 2018 an der Universität des Saarlandes

 

- English version below -

 

Mit 22 Vorträgen und einer Keynote von Prof. Dr. John Deathridge (King’s College London): Wagnertraum(a): 421 recorded dreams of a composer from Germany

 

Sterben und Geborenwerden liegen an bzw. jenseits der Grenzen des Lebens. Damit kommen sie stets entweder zu früh oder zu spät, um als authentische eigene Erfahrung mitgeteilt werden zu können. Hingegen können Träume als Fiktionen, Imaginationen oder Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge eröffnen.

 

Das Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum sowie kultureller Modelle der Identität, Kohärenz und Logik werden in Träumen vom Lebensanfang und ende potenziert. Dabei fordert die Darstellung solcher Traumerlebnisse die künstlerische Gestaltung in besonderem Maße heraus: Traumerinnerungen und Traumerzählungen sollen Wege und Ausdrucksmöglichkeiten finden, um das Abwesende, Unvorstellbare zu vergegenwärtigen und zu vermitteln. Von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein finden sich daher unzählige Träume in Literatur, Kunst, Musik, Theater und Film, bei denen die Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht.

 

Das Ziel einer Literatur- sowie Kultur- und Mediengeschichte des Traums im Blick, widmet das Saarbrücker Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« eine internationale Tagung dem überzeitlichen Phänomen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen und künstlerischen Realisierungen.

 

Die Tagung findet vom 21. bis 23. März 2018 an der Universität des Saarlandes statt. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Um Anmeldung wird bis zum 1. März 2018 gebeten (traumkulturen(at)uni-saarland.de).

 

Conference Announcement

 

International Conference hosted by the DFG-funded Research Training Group »European Dream- Cultures« (GRK 2021)

 

Dreams of Birth and Death. Liminal Bodily Experiences in Dreams: Literature, the Fine Arts, Music and Film  

 

21 - 23 March 2018 at Saarland University

 

Keynote Speaker: Prof. Dr. John Deathridge (King’s College London): Wagnertraum(a): 421 recorded dreams of a composer from Germany

 

Birth and death are situated at or beyond the borders of life; as such, they occur too early or too late to be perceived and recorded as authentic experiences. However, dreams – fictionalized, imagined, and performed – can open up experiential spaces for these extreme physical transitions.

 

The mysterious elements of dreams – their disregard for the physical laws of time and space, and for cultural models of identity, coherence and logic, are magnified in dreams of the beginning and end of life. Simultaneously, the artistic depiction of such experience is particularly challenging: memories and stories of dreams have to find ways and means to transform that which is »elsewhere« and unimaginable into something palpable and conveyable. From the antiquity to the present day we can find representations of dreams – whether in literary texts, paintings, music or in film – that focus on the limitations and boundaries of human life.

 

Bearing in mind the goal of pursuing a literary, cultural and media history of dreams and dreaming, the international conference »Dreams of Birth and Death«, hosted by the DFG-funded Research Training Group »European Dream Cultures«, is dedicated to the phenomena of dreamed birth and death, related discourses and artistic realisations.

 

The conference will take place at Saarland University from March, 21-23, 2018. Conference languages are German, English and French. The symposium is free to attend but registration is required no later than March 1, 2018 (traumkulturen(at)uni-saarland.de).

 

CONFERENCE PROGRAMME

Wednesday, March 21, 2018

 

09.15 Uhr | Registration and Coffee

 

10.00 Uhr | Introductory Remarks

Chair: Christiane Solte-Gresser and Mauro Fosco Bertola

 

I. Dreams in Middle Age and Protestantism

Chair: Abdoulaye Samaké

 

10.30 Nine Miedema (Universität des Saarlandes): Träume über die Geburt in mittelhochdeutschen Texte

 

11.15 Mireille Demaules (Université d'Artois): Du rêve de naissance au rêve de reniassance: l'exemple de Christine de Pizan

 

12.00 Yanan Qizhi (Pennsylvania State University): Lutherans' Dreams about Death in the Sixteenth and Seventeenth Centuries

 

12.45 - 14.00 Lunch

 

II. Dreams and Agency

Chair: Romana Weiershausen

 

14.00 Hanna Matthies (Universität des Saarlandes): Handlungs(un)möglichkeiten in Todesträumen: Motivische Überlegungen zur Hand

 

14.45 Johanne Mohs (Hochschule der Künste Berlin): Dem Tod einen T/Raum geben. Überlegungen zu einer Poetik des Eingeschlossenseins bei Georges Perec

 

15.30 Christiane Solte-Gresser (Universität des Saarlandes): Das Sterben der Anderen: Zur Traum-Sprache des ›Muselmanns‹ bei Vercors und Delbo

 

16.15 - 16.45 Coffee break

 

II. Dreams and Agency

Chair: Henrieke Stahl

 

16.45 Katina Baharova (Universität Trier): »Ja splju, a smert’ moja vo mne…« (»Ich schlafe und mein Tod in mir…«). Tod und (Wieder-)Geburt in den oneirischen Gedichten von Elena Švarc

 

17.30 Dorothea Redepenning (Universität Heidelberg): Raskolnikows Traum


Walking together from Graduate Centre to Aula

 

18.45 Recital: Traumlieder | Liederträume

Reuben Willcox – baritone

Corinna Korff-Willcox – piano

 

New PhD-Students meet old graduates

 

Postersession and Get Together: Wine, Cheese and Chat

 

 

Thursday, March 22, 2018

 

IV. Painting and Cinema

Chair: Sigrid Ruby

 

09.30 Katharina Thurmair (Universität München): ›Dans le Rêve‹ und ›Les Origines‹ – Genese von Bewusstsein und Materie in den Noirs von Odilon Redon

 

10.15 Emmanuel Plasseraud (Université Bordeaux Montaigne): ›La Ville des pirates‹ (1984) de Raoul Ruiz. Un rêve de naissance et de mort

 

11.00 - 11.30 Coffee break

 

 

V. Traumatic Dreams of Birth

Chair: Marlen Schneider

 

11.30 Sigrid Ruby (Universität Gießen): Der Traum gebiert Ungeheuerliches: Gemälde von Dana Schutz

 

12.15 Mauro Fosco Bertola (Universität des Saarlandes): »Non senti?« Traum und/als Musik an der Schwelle von Geburt und Tod in Salvatore Sciarrinos „unsichtbarer Handlung“ ›Lohengrin‹ (1983)

 

 

13.00 - 14.30 Lunch


VI. Dreaming the Beyond

Chair: Manfred Engel

 

14.30 Axel Schröter (Universität Bremen): »Dass ich tausend Leben überstanden habe«. − Jakobs Traum und seine visionäre Fortspinnung in Arnold Schönbergs Oratorium ›Die Jakobsleiter‹

 

15.15 Oliver Schmidt (Institut für Humanities, Technische Universität Hamburg): Jenseits(t)räume im Kino der 1990er Jahre

 

16.00 Roland Spiller (Universität Frankfurt): Borges liest Dante: Körper, Tod und Empathie

 

16.45 - 17.30 Coffee break

 

17.30 | Keynote

John Deathridge (King’s College London): Wagnertraum(a): 421 recorded dreams of a composer from Germany

 

 

Friday, March 23, 2018

 

VII. French Dreams from the 17th to the  19th Century

Chair: Patricia Oster-Stierle

 

9.30 Katja Priebe (Universität Kassel): Von Geburt und Tod im ›Songe de Francion‹

 

10.15 Angela Calderón Villarino (Universität Heidelberg / Universität des Saarlandes): »Je me dis, c’est sa mort ou la mienne«. Tod und Todesfantasien in Gérard de Nervals ›Aurélia‹

 

11.00 - 11.30 Coffee break

 

VIII. Cinema and Photography

Chair: Mauro Fosco Bertola

 

11.30 Elena Tyushova (Université Paris 8): Le temps non chronologique du rêve et les rencontres entre les arts dans l’œuvre cinématographique d’Ingmar Bergman

12.15 Carlos Kong (Princeton University): Dreaming Delay: Photography and Survival in Jacques Derrida’s ›Demeure, Athènes‹

 

13.00 - 14.00 Lunch

 

IX. (Other)Worldly Dreams in Literature

Chair: Janett Reinstädler

 

14.00 Sylvester Bubel (Universität des Saarlandes): »La régression vers les règnes les plus élémentaires de la nature«: Zur Funktion der Geburts- und Todes-Träume in Prousts ›À la recherche du temps perdu‹

 

14.45 Peter Brandes (Universität Bochum): Liegekur und Totenbett: Geträumte Tode in Thomas Manns ›Der Zauberberg‹

 

15.15 Manfred Engel (Universität des Saarlandes): Träume vom Leben nach dem Tode bei Jean Paul

Das Tagungsprogramm finden Sie auch hier.

»Traum und Inspiration« | »Dream and Inspiration«

Internationale Nachwuchstagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«

 

5.–7. Oktober 2016, Universität des Saarlandes, Saarbrücken 

Rückblick

Vom 5. bis 7. Oktober fand die interdisziplinäre Nachwuchstagung »Traum und Inspiration. Aktuelle Ansätze zu einem Topos in Kunst und Literatur« des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« an der Universität des Saarlandes statt. Insgesamt siebzehn Promovierende und Postdoktoranden aus Deutschland und dem europäischen Ausland stellten Beispiele aus der Kunst-, Literatur-, Medien- und Musikwissenschaft zur Diskussion. Das kreative Potential von Traumerfahrungen für die künstlerische Produktion vom ausgehenden Mittelalter bis zur Gegenwart wurde dabei ebenso in den Blick genommen, wie theoretische Positionen, die den Topos mitunter abwertend für regelfremde, phantastische Werke aufgriffen, zu anderen Zeiten aber auch für die Mythenbildung des Künstlergenies nutzbar machten. Für den Abendvortrag konnte Prof. Dr. Andrea Allerkamp (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder) gewonnen werden, die mit ihrem Beitrag »Ähnlichkeiten entdecken. Für eine Minimalästhetik des Traums« ausgehend von Paul Valéry die Debatten um einen ästhetik-philosophischen Ansatz bereicherte. Mit über fünfzig Teilnehmer_innen war die Veranstaltung erfreulich gut besucht und bot Gelegenheit zum internationalen und fächerübergreifenden Austausch.

Ankündigung

Träume gelten schon seit der Antike, vor allem aber ab dem 18. Jahrhundert als Erfahrungsräume, die insbesondere dem künstlerischen Subjekt als Quelle von Inspiration und Kreativität dienen können. Der Topos vom Träumer als Künstler beziehungsweise vom Künstler als Träumer schlug sich nicht nur im philosophischen und kunsttheoretischen Diskurs der Romantik und daran anknüpfender Künstler- und Schriftstellergenerationen nieder, sondern findet sich auch in zahlreichen Werken der Literatur, Malerei und Grafik wieder. »Der Traum ist unwillkürliche Dichtkunst« heißt es so zugespitzt bei Jean-Paul, und Künstler wie Füssli, Ingres oder die Nazarener verliehen ihrer Faszination für den künstlerischen Schaffensprozess mit Hilfe der Traummetapher in Bildwerken Ausdruck. Dabei erscheint der Traum als produktiver Bewusstseinszustand, in dem der Kunstschaffende besonders empfänglich ist für die Regungen der eigenen Imaginationskraft oder auch für von außen herangetragene Eingebungen transzendenten Ursprungs.

 

Mithilfe kontextualisierender Fallstudien aus der Kunst-, Literatur-, Musik- und Filmgeschichte will die Tagung ein differenzierteres Bild der Funktionen und Deutungen dieses Topos entwerfen. Neben Phänomenen des 18. und 19. Jahrhunderts werden auch frühere Positionen als Wegbereiter der späteren Diskurse vorgestellt. Beispiele des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart ermöglichen es weiterhin, Rezeptionslinien und Brüche mit traditionellen Konzepten – insbesondere auch in den neueren Medien – aufzuzeigen.

TAGUNGSPROGRAMM

Mittwoch, 5. Oktober 2016

 

09.30 Uhr | Begrüßung und Einführung

Moderation: Christiane Solte-Gresser und Marlen Schneider

 

I. Ausgangspunkte/Wegbereiter

Moderation: Hannah Chegwin

 

10.00 Uhr Jennifer Owen (University of Edinburgh): »Representing the Dream in Manuscripts of the Roman de la Rose«

 

10.45 Uhr David Zagoury (University of Cambridge): »Vasari’s Dream:  Imagination and Impossibility in Cinquecento Art Theory«

 

11.30 Uhr Anna Magnago Lampugnani (Bibliotheca Hertziana, Rom): »›picturae somnium‹ – Giovan Paolo Lomazzos literarische und bild-künstlerische Grotteschi als Spuren seiner Inspiration«

 

Mittagspause

 

II. Skandalon und Faszinosum

Moderation: Semjon Dreiling

 

13.30 Uhr Florence Fesneau (Université Paris I Panthéon Sorbonne): »The Artist’s Inspired Dream at the Time of the French Enlightenment: an Amorous Creation«

 

14.15 Uhr Marlen Schneider (Universität des Saarlandes): »Disturbing Inventions: Dream, Inspiration and Imagination from Watteau to Fragonard«

 

Kaffeepause

 

15.30 Uhr Christian Quintes (Universität des Saarlandes): »Die Traumpoetik Friedrich von Hardenbergs (Novalis)«

 


 

18.00 Uhr | Abendvortrag

Moderation: Christiane Solte-Gresser

Andrea Allerkamp (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder): »Ähnlichkeiten entdecken. Für eine Minimalästhetik des Traums«

 

 

Donnerstag, 6. Oktober 2016

 

III. Experimentierfeld Traum 

Moderation: Stefanie Kreuzer

 

09.30 Uhr Lisa Dieckmann (Universität Köln): »Kombinatorik und Arabeske: Referenzialität und Transformation als traumanaloge und selbstreflexive Bildstrategie«

 

10.15 Uhr Magdalena Zorn (Ludwig-Maximilians-Universität München): »Geträumte Klangszenarien. Zum Traum als kompositionstechnische Inspirationsquelle im 20. Jahrhundert«

 

Kaffeepause

 

11.30 Uhr Anna Rick (Universität Siegen): »Traumaufzeichnungen in und um Wolfgang Herrndorfs Arbeit und Struktur«

 

Mittagspause


IV. Kreative Traumerfahrungen 

Moderation: Murat Ates

 

14.00 Uhr Katina Baharova (Universität des Saarlandes): »Der Traum als Quelle göttlicher Inspiration in der russischen Undergroundlyrik. Ol’ga Sedakova, Elena Švarc und Gennadij Ajgi im Vergleich«

 

14.45 Uhr Linda Weiß (Humboldt-Universität Berlin): »Jan Kameníks Traumtexte als Quelle der Inspiration«

 

 Kaffeepause

 

16.00 Uhr Margot Dacheux/Giulio Boato (Université Sorbonne Nouvelle Paris 3): »The body of the dream. Analysis of the oneiric scenes in Jan Fabre’s Mount Olympus performance«

Freitag, 7. Oktober 2016

 

V. Inspiration und Rezeption 

Moderation: Marlen Schneider

 

9.00 Uhr Alexander Linke (Ruhr-Universität Bochum): »Arkadisches Sehen – oder: die Option des Betrachters zur träumenden Perzeption«

 

9.45 Uhr Tina Anderlini (independent scholar, Bordeaux III): »A beautiful romantic dream: To reach Burne-Jones' world«

 

Kaffeepause

 

11.00 Uhr Janina Klein (Universität des Saarlandes): »Romantik, Surrealismus, Informel – Traum und Inspiration im Werk von Bernard Schultze«

 

11.45 Uhr Yulia Marfutova (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): »Alice im Wunderland trifft auf Walter Benjamin, Ernst Bloch und Dr. Freud – Intertextuelles Träumen in Christa Wolfs Stadt der Engel«

 

12.30 – 13.30 Uhr | Abschlussdiskussion

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie auch hier.

Kontakt:

E-Mail: traumkulturen(at)uni-saarland.de

Telefon: 0681 - 302-2198

Fax: 0681 - 302-4223

 

Veranstaltungsort:

Universität des Saarlandes

Graduate Centre (ehemals »Jägerheim«)

Campus C9 3

66123 Saarbrücken

 

Konzept:

Marlen Schneider